Neue Musikzeitung
Ausgabe März 2013

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Espressive Melodielinien – sensible Klanggestaltung

Eine CD mit Werken für Violoncello solo von Christoph Otto Beyer

Der in Aurich lebende Cellist Christoph Otto Beyer hat bei Starfish Music (67020-7) eine CD mit dem Titel „...für Violoncello allein...“ mit Solowerken von J.S. Bach, M. Reger und Ch. O. Beyer veröffentlicht.

Er spielt ein neu gebautes, sehr klangvolles Instrument aus der Werkstatt des Oldenburger Geigenbauers Martin Michalke, eine Kopie des „ Shapiro-Goffriller 1727“. Schon bei J.S. Bachs großer C-Dur Suite (Nr.3) zeigt Beyer seine enorme gestalterische Fähigkeit: fein ziselierte Melodik, gut abgestimmte Artikulation und ausdrucksvolle Tongestaltung.

Dies kommt auch bei Max Regers dritter Suite in a-Moll zur Geltung, mit dem beeindruckenden Andante con Variazioni Schlußsatz. Ein besonderes Augenmerk verdient seine eigene, dreisätzige Sonate, die er 2006 komponiert hat. Beyers Tonsprache bewegt sich im Rahmen der traditionellen Tonalität, mit interessanten harmonischen Wendungen und Erweiterungen. „ Den Anspruch, explizit moderne Musik zu sein, verfolgt das Werk nicht. Es soll vielmehr den Ausführenden Freude - auch beim Überwinden mancher technischer Schwierigkeiten - bereiten und dem Zuhörer freundlich, aber nicht ohne Anspruch entgegentreten.“(COB) Das Präludium ist geprägt von elegisch-expressiven Melodielinien und Seufzervorhalten, die motivisch konsequent fortgeführt werden und interessante modulatorische Wege gehen. Der zweistimmige Canto erklingt im leicht wiegenden Dreivierteltakt. Die ausschwingenden Sequenzen der Melodie werden mit der dialogisch geführten zweiten Stimme manchmal zusätzlich durch ein Pizzicato der tiefen C-Saite unterstützt, wobei im Anschluß immer ein neuer harmonischer Weg beschritten wird.

Beim sehr virtuos gestalteten Capriccio finale bekommen die C-und G-Saiten eine rhythmisch prägende Funktion durch eine impulsive Sechzehnteltriolenbewegung. Der ganze Klangkosmos des Violoncellos kommt in diesem fuminanten Finalsatz zur Geltung durch immer ausladender werdende Arpeggien. Ein echtes Paradestück für jeden Cello Virtuosen! Wer nach dem Anhören der CD Geschmack bekommen hat und Interesse daran, Beyers Sonate selber zu spielen, kann die Noten beim ADU Verlag, wo sie gerade erschienen sind, bekommen. Das sehr schön gestaltete Booklet zur CD enthält Angaben über den Interpreten und Komponisten, und seine eigenen Ideen und Gedanken zu den verschiedenen Werken.
Christoph J. Keller (ler)


Freude am Klavier - Lebenslang von Anfang an

Braunschweiger Klavierpodium mit Elfi Renetzeder

Das Braunschweiger Klavierpodium, ein Klavierseminar des DTKV Landesverband Niedersachseen, am Mitte November 2012 in der Klavierfabrik Grotrian-Steinweg statt.

Ein hoher Anspruch, den die Dozentin des Seminars Frau Elfi Renetzeder, Autorin der siebenbändigen Klavierschule Tastenmini, Lektorin und Herausgeberin im Verlag Pianodidact da erhob. Seine Erfüllung sei dann am besten gewahrt, wenn das grundlegende Unterrichtskonzept gleich zu Beginn den neuronalen Voraussetzungen des Lernens entspricht.

Die vielfältigen Vorgänge im Gehirn sind dabei äußerst komplex und auch immer noch nicht annähernd vollständig geklärt. Andererseits herrscht mittlerweile in vielen Teilaspekten der Gehirnforschung Übereinstimmung in der Fachwelt, was Frau Renetzeder in prägnanten Verweisen auf die Neurologie umriss.

Frau Renetzeder übertrug diese in „Fünf goldene Regeln“, die Altbekanntes und Neues für den Klavierunterricht zusammenfassen. Anfangsunterricht in der Unterstufe ist der Ausgangspunkt für lebenslange Freude am Klavierspiel. Dazu muss ein strukturiertes Konzept Schritt für Schritt gehirnfreundlich verfolgt werden. Nur so entsteht vollständiges Verstehen der elementaren Theorie als verlässliche Basis, auf der die weitere Entwicklung aufbauen kann.

Strukturiertes Vorgehen, das auf klare Unterrichtsziele orientiert ist, ist ihr dabei genauso wichtig wie musikalische Phantasie und emotionales Engagement. Ihr Credo -Keine Kognition ohne Emotion- demonstrierte Frau Renetzeder in einer Unterrichtsprobe mit Schulanfängerinnen der Klavierklasse Friederike Leithner, der Organisatorin des Klavierpodiums. Die ihr unbekannten zwei siebenjährigen Mädchen machte sie in eindrucksvoller Weise mit dem Lied „Himmel und Erde müssen vergehen“ vertraut.

Eine bunte Tontreppe aus Holzklötzen veranschaulichte die Tonhöhen, die dann leicht auf das Klavier übertragen werden konnten. Kreisende Tanzbewegungen und ein Steinchenspiel lockerten die Kinder auf und steigerte die Lernbereitschaft. Bei der Übertragung auf das Klavier entdeckten die Kinder eine Sequenz in dem Lied, die dann gleich als kleine technische Übung genutzt wurde. Die Vielfalt der kreativen Lernansätze beeindruckte die Seminarteilnehmer in ihrer Effektivität und überzeugte zu spontaner Zustimmung zur Methode.

Wie solide Technik von Anfang an vermittelt werden kann, war der dritte Schwerpunkt der erfahrenen Praktikerin, als die sich Frau Renetzeder ausgewiesen hat. Gern glaubte man ihr, wie nützlich die vielen Tipps und Tricks, die sie dafür parat hatte, für eine gute Technik sind. Spaß machen sie den Kindern außerdem. Man darf gespannt sein auf die angekündigte Veröffentlichung der demonstrierten Möglichkeiten und Hilfsmittel.
V incent Haas (vih)


Gesang und Szene: Balance von Körper, Stimme und Seele

Intensivkurse zu Bühnenpräsenz, Ausdruck, Spielfreude, Körperarbeit, Gesangstechnik

Seit nunmehr 16 Jahren gibt es die Intensivkurse „Gesang und Szene“. Das Ziel des Kurses ist die Balance zwischen Körper, Stimme und Seele. Die Dozentinnen Meera K. Drude aus Kassel (Inszenierung, Regie, Dramatische Theaterarbeit) und Uta Grunewald (Konzert - und Opernsängerin und Gesangspädagogin) aus Göttingen wenden die Methode der Verschränkung von Gesang und darstellendem Spiel sowie der Methode des Satzdramas an. Als Pianist ist Lothar R. Mayer (Dirigent und Chorleiter) dabei.

Der Kurs findet im Kloster Duderstadt vom 21. bis. 23. Juni 2013 statt. Da die Teilnahme auf 12 Sängerinnen und Sänger begrenzt ist, wird eine Anmeldung bis spätestens zum 11.05.2013 über www.uta-grunewald.de empfohlen.

Frau Grunewalds Unterricht findet in einer Atmosphäre größter Konzentration statt. Sie orientiert sich dabei am Eigenklang der Stimme. Blockaden und Verfremdungen werden korrigiert und das vorhandene Stimmpotenzial gezielt und individuell gefördert. Damit wird das stimmeigene Timbre „wach“ und entfaltet sich frei.

Frau Drude wird ihrerseits den Gesangsunterricht ergänzen durch feedback, szenische Anweisungen und Korrektur von Haltung und Gestaltung. Sie fördert so das Eingebundensein des Sängers in die Szene und vertieft dessen Identifikation mit seiner Rolle.

Die häufig spontane Zusammenarbeit der beiden Dozentinnen hat effiziente Lernfortschritte zur Folge. Es ist ein ganzheitliches, vielfach bewährtes Unterrichtskonzept. Die Veränderungen sind unmittelbar zu sehen und zu hören.
Inhalte des Kurses sind die Erarbeitung von Repertoire aus Oper, Oratorium und Lied, die kreativ-analytische Auseinandersetzung mit Vorsinge- und Auftrittssituationen und die Bearbeitung gesangstechnischer Fragen.

Am Kursende werden den Sängerinnen und Sängern weiterführende Perspektiven aufgezeigt. Literaturempfehlungen sowie gesundheitliche und gestalterische Anregungen runden die Beratung ab. Häufig bleiben die Kursteilnehmer in enger Verbindung und besuchen die Kurse regelmäßig.
Gunter Sokolowsky (gs)


Wir begrüßen als neue Mitglieder:

Im Bezirk Niedersachsen NordWest:

Frau Kristina Dold, Oldenburg sowie
Frau Petra Maria Bondzio, Großefehn

Im Bezirk Göttingen:

Frau Svetlana Smertin,

Im Bezirk Hannover/Celle:

Frau Christine Etzold,
Frau Angela Klöhn,
Frau Nora Matthies,
Frau Petra Mauersberger,
Frau Sonja Herrling, alle Hannover
sowie Frau Klara Loerincz, Hoya.

Im Bezirk Cuxhaven/Stade:

Herrn Uwe Mahnken, Varel.

Im Bezirk Osnabrück/Emsland:

Frau Xandra Fritz, Westerkappeln/Velpe

Wir wünschen eine erfolgreiche Tätigkeit sowie eine angenehme Zusammenarbeit
im Berufsverband.
Gs

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