Interview mit Gewinnerin des Impulspreis 2026 (4/5)
Vierter Interviewteil beleuchtet Erinnerung und Wirkung
Sabine Gottschalk über Erinnerungen an das Orchester und Musik als gesellschaftliches Bindeglied
Hannover. Der Deutsche Tonkünstlerverband Niedersachsen veröffentlicht heute den vierten Teil seiner Interviewreihe mit Sabine Gottschalk. Die Dirigentin leitet das Mehrgenerationenorchester Duderstadt, das mit dem Impulspreis 2026 ausgezeichnet wurde. Der neue Teil widmet sich der Frage, was Mitwirkende eines Tages über ihre gemeinsame Zeit erzählen werden, und der Rolle von Musik für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Während der dritte Teil kreative Crossover-Projekte und Herausforderungen im Orchesteralltag thematisierte, stehen nun Erinnerung und Wirkung im Mittelpunkt. Rund 30 Mitwirkende im Alter von elf bis 75 Jahren musizieren gemeinsam. Der Impulspreis ist mit 500 Euro dotiert und würdigt Projekte, die neue Perspektiven eröffnen und das kulturelle Leben bereichern.
Interview zum Impulspreis des DTKV Niedersachsen Sabine Gottschalk, Mehrgenerationenorchester Duderstadt, Anlass: Auszeichnung mit dem Impulspreis des DTKV Niedersachsen.
7. Wenn ehemalige oder aktuelle Mitwirkende über das Orchester sprechen – was wünschen Sie sich, dass sie eines Tages über diese gemeinsame Zeit erzählen?
Gottschalk: Dazu gibt es ein aktuelles Beispiel: eine ukrainische Jugendliche, die mittlerweile in der Türkei lebt, hat sich nach zwei Jahren bei mir gemeldet und um die Orchesterstimmen für das nächste Projekt gebeten. Sie wolle das selbstständig einstudieren, um dann beim nächsten Projekt mitspielen zu können. Sie erinnere sich so gern an ihre Zeit im Orchester.
8. Der Impulspreis würdigt nicht nur musikalische Qualität, sondern auch den gesellschaftlichen Mehrwert eines Projekts. Welche Rolle kann Musik Ihrer Meinung nach heute für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft spielen?
Gottschalk: Musik ist die am wenigsten materielle Kunst. Klang ist Schwingung, sie erklingt in der Zeit, anschließend ist der Klang vorbei. Der Klang wirkt anders auf den Menschen als zum Beispiel ein Bild. Das heißt, Musik erinnert uns stärker an unsere „Herz-Frequenz", an unsere feineren und tieferen Gefühle, ist rückbindend und damit auch verbindend. Musik kann im gemeinsamen Konzerterlebnis eine gesellschaftliche Grundhaltung hin zu mehr Zusammenhalt unterstützen. Musik als gemeinsame Sprache wirkt weltweit Gemeinschaft stiftend.
Der letzte Teil der Serie erscheint mit abschließenden Gedanken zum Mehrgenerationenorchester Duderstadt.
Hinweis:
Hier können Sie den ersten, zweiten & dritten Teil des Interviews nachlesen.