Neue Musikzeitung
Ausgabe November 2013

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Zusammenarbeit auf Augenhöhe entwickeln

Sicherstellung und nicht nur Anerkennung unserer Arbeit gefordert

Hannover. Mit ausgesprochen lebhaften Gesprächen über die gegenwärtigen Anforderungen an unsere musikalisch-pädagogische und großenteils freiberufliche Tätigkeit ging am letzten Septemberwochenende die Landesdelegiertenversammlung des Deutschen Tonkünstlerverbandes (DTKV) nach mehr als fünfstündigen Beratungen zu Ende.

Der Landesvorstand sowie Delegierte der sieben Bezirksverbände (BezV) aus Niedersachsen hatten zum Gedankenaustausch auch den Präsidenten des Bundesverbandes (BV) des DTKV, Herrn Dr. Dirk Hewig, eingeladen. Als gebürtiger Niedersachse brachte er auch seine besondere Verbundenheit zum Landesverband zum Ausdruck. „Die Autonomie aller Landesverbände (LV) wird vom BV besonders beachtet. Wir treten für Koordination und die Mitwirkung in Dachverbänden ein und leisten umfangreiche ehrenamtliche Arbeit dafür. Natürlich wird auch eine eigenständige Arbeit, z. B. in der Künstlersozialkasse (KSK) oder „Jugend musiziert“ geleistet“, berichtet er.

Besonderer Schwerpunkt ist die Entwicklung einer Zusammenarbeit mit dem Verband deutscher Musikschulen (VdM) auf Bundesebene. Die Forderungen der Delegierten zum Thema „Bündnisse für Bildung“ auf Landes-und Kommunalebene ging eindeutig darauf hinaus, dass die Zusammenarbeit auf Augenhöhe (also auf gleichberechtigter Basis) erfolgen muss.
Dr. Hewig berichtete auch, das eine bundesweite Petition zum Umsatzsteuervorhaben 2013 gegen existenzgefährdende Maßnahmen sehr erfolgreich war. Wie es für 2014 weitergehen wird, sei nach der Bundestagswahl noch völlig unklar. Eine weitere Petition befasste sich mit der Sicherstellung der weiteren Existenz der KSK auf Bundesebene. Dies ist eine lebenswichtige Einrichtung für alle freiberuflichen qualifizierten Musikpädagogen, Musiker und Komponisten sowie weitere KSK-Mitglieder.

„Viele wichtige Informationen sind auf den Internetseiten des BV und der LVs gelistet. Rufen Sie all unsere Mitglieder und Leitungsgremien dazu auf, sich regelmäßig zu informieren. Sie kommen zu jeder Zeit, wie sie es einrichten können, an die Unterlagen“, äußerte sich Dr. Hewig. Im Zeitalter der modernen Kommunikation wie Internet und Email sei die Öffnung zu diesen Medien dringend erforderlich. Unsere Mitglieder müssen sich selbst besser informieren, regelmäßig EMail abrufen, auf unseren Internetseiten lesen und recherchieren.

Wir müssen den Kontakt zu unseren regionalen Abgeordneten (Stadt/Kreis/Land) so gestalten, das unsere Arbeit bekannter wird und für entsprechende Arbeitsbedingungen gekämpft werden kann. Besonders bei Strukturänderungen in der Gesellschaft fehlt zurzeit die entsprechende Achtung und Anerkennung unserer Tätigkeit. Wir selbst müssen erfolgreich kommunizieren, Kontakte entwickeln und pflegen und ganz klare Forderungen stellen.

Wir alle selbst können zum sparsamen Umgang mit Mitteln und zur schnellen Verbreitung von notwendigen Maßnahmen/Informationen beitragen, wenn wir unsere Kontaktmöglichkeiten dem Berufsverband zur Verfügung stellen.

Unsere Delegierten brachten weitere Themen auf den Punkt. Einmal die Forderung nach einem „Landesmusikschulgesetz“ nach dem Vorbild von Österreich, zur besseren sozialen Absicherung der Künstler und Pädagogen. Zum anderen die Tatsache des Ehrenamtes, welchem viele Mitglieder gern nachgehen, davon aber auch nicht leben können. Noch ist vielen unserer potentiellen „Kunden“ nicht ganz klar, dass unsere qualifizierten Dienstleistungsangebote auch ihren Preis haben. Wenn wir selbstbewusster auftreten und in breiter Anerkennung vieler anderer Berufe uns gegenseitig achten, wird sich die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit weiterhin verbessern.

So kamen auch Fragen auf, wie die Alterssicherung unserer durchschnittlich eher wenig verdienenden Kollegen eventuell verbessert werden könne.

Der Landesvorstand erhielt den Auftrag, das Thema Alterssicherung sowie die Modernisierung unseres Berufsverbands-Namens an die DTKV-Länderkonferenz und den Bundesvorstand heranzutragen.

In den Berichten der BezV kam ganz deutlich zum Ausdruck, wie engagiert unsere Mitglieder ihre künstlerische und pädagogische Arbeit den regionalen Gegebenheiten entsprechend einsetzen und für eine hochqualifizierte Wirksamkeit sorgen.
Gunter Sokolowsky (gs)

Das Foto zeigt v.l.: Friederike Leithner (1. Vorsitzende), Julia Habiger-Prause (2. Vorsitzende), Dr. Dirk Herwig (Präsident  des DTKV-BV), Cordula Sodt (Schriftführerin) und Heidi Porzig, (Schatzmeisterin).
Das Foto zeigt v.l.: Friederike Leithner (1. Vorsitzende), Julia Habiger-Prause (2. Vorsitzende), Dr. Dirk Herwig (Präsident des DTKV-BV), Cordula Sodt (Schriftführerin) und Heidi Porzig, (Schatzmeisterin).
Foto: Gunter Sokolowsky (gs)

Erfrischende Programme auf hohem Niveau

Dozentenkonzerte geben Einblick in die künstlerische Tätigkeit

Emsland/Osnabrück. Zu einem Projekt war ganz besonderer Art hatte sich die Vorsitzende des DTKV Bezirk Osnabrück/Emsland, Julia Habiger-Prause (Dozentin an der Osnabrücker Hochschule für Musik und stellvertretende Vorsitzende im Landesverband Niedersachsen des DTKV) entschlossen und stieß dabei auf ein großes Interesse der Mitglieder der Bezirksgruppe. Sie hatte für den Frühsommer 2013 je ein Konzert für Lingen und für Osnabrück organisiert.

Der Hintergrund war folgender: Die Verbandsmitglieder, die in diesem flächenmäßig sehr weitem Gebiet künstlerisch und pädagogisch wirken, sollten sich zu einem festlichen Anlass zusammenfinden. Auch für die jungen, neu gewonnenen Mitglieder bestand somit die Möglichkeit des Kennenlernens und der gemeinsamen öffentlichen Wirksamkeit.
Dazu äußert sich Habiger-Prause: „Das Konzert in Lingen war ein historisches Ereignis für unseren DTKV, es war das erste Konzert in Emsland überhaupt.“

Vor einem kleinen, aber sehr interessierten Publikum, wurde erstmals im Emsland ein Konzert der DTKV-Bezirksgruppe in der Lingener Trinitatiskirche veranstaltet. Wie die „Osnabrücker Zeitung“ dazu schrieb, wurde ein erfrischend vielseitiges Programm mit ausgewählten Stücken aus ihrem Repertoire der Dozenten gespielt. Als Interpreten waren Peter Löning (Gitarrenlehrer in Lingen), Julia Habiger-Prause (Pianistin), Wanja Brinkmann (Lehrer für Violine und Viola Musikschule des Emslandes), sowie Pierre-Yves Locher (Klarinettenlehrer an der Musik- und Kunstschule Osnabrück) zu hören.

Natürlich wurde die Gelegenheit genutzt, um in eigener Verbandssache Informationen über die Aufgaben und Wirksamkeit des DTKV der Zuhörerschaft nahe zu bringen.
Im Konzert in Osnabrück wurde ein teilweise geändertes Programm dargeboten. Neben den oben genannten vier Künstlern brachte Sopranistin Sigrid Heidemann ihren Vortrag auf die Bühne. Auch hier war eine ausgezeichnete Gästeresonanz zu spüren.

Die Konzerte sind sowohl bei Mitgliedern als auch bei Zuhörern gut angekommen. Wenn auch zahlenmäßig recht wenige Zuhörer den ausgezeichneten Konzerten lauschten, so wurden sie in der örtlichen Presse doch sehr gut rezensiert. Alle male war es eine sehr wirksame Präsentation der Arbeit unserer Verbandsmitglieder, welche sich hoffentlich im kommenden Jahr auch in der Besucherzahl widerspiegeln wird. Die Mitglieder wollen sich gern einmal jährlich zu derartigen Konzerten zusammenfinden.
Gunter Sokolowsky (gs)

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